Schopenhauer

Neun Frauen in einer merkwürdigen Bar, neun Persönlichkeiten prallen aufeinander – offen und schonungslos. Doch es gibt auch Gemeinsamkeiten in ihrem Weltbild: Sie alle sind auf den Spuren des Philosophen Arthur Schopenhauer. Sie verkörpern die Triebfedern seiner Philosophie. Das macht sie nicht immer glücklich, aber immer entwaffnend ehrlich.

Der Zuschauer wird in dieser Inszenierung Teil einer philosophischen Spurensuche, bei der das gesellschaftliche Miteinander ohne den Schleier der Höflichkeit betrachtet und die Stacheln des anderen zum Prüfstein für die eigenen Werte werden.

Was treibt die Menschen an, wenn sie nicht in Konventionen verhaftet sind? Gibt es wertvollere Werte als die eigenen oder sind die eigenen Werte immer nur vom Eigenwert bestimmt? Wann sind Menschen egoistisch, wann böse? - Dies sind die Fragen, die sich an diesem Abend nicht nur die Protagonisten stellen. In dieser Bar bröckelt die Schminke des Sozialen, es bleibt eine Welt, in der der Wille und die Vorstellung der Individuums dominieren. Zugleich wird die Frage nach den wahren Werten in der wahren Welt neu gestellt. Auch der Zuschauer wird eingeladen, sie zu beantworten - am Ende bleibt vielleicht nur die Einsamkeit und das Mitleid. Aber vielleicht irrt Schopenhauer ja auch...

Beim theatralen Philosophieren geht es darum, philosophische Ideen nicht nur im Gespräch, sondern auch in selbst entworfenen Szenen auszudrücken. Ausgehend von Texten Arthur Schopenhauers entstand so aus Improvisationen Szene für Szene ein ganzes Theaterstück. Kopf und Bauch werden dabei gleichermaßen angesprochen, sowohl bei den Darstellern als auch bei den Zuschauern. Der kreative körperlich-szenische Umgang mit theoretischen Texten ermöglicht dem Publikum eine außergewöhnliche Auseinandersetzung mit philosophischen Thematiken und lädt zum Weiterdenken ein.

Das Projekt wurde in Kooperation mit dem Ernst Deutsch Theater in Hamburg realisiert und hatte am 28. Februar 2009 Premiere.