Kant

Was ist Aufklärung? - Mit dieser Frage konfrontiert Immanuel Kant noch heute mit einer wichtigen Alternative: Ist der Mensch in der Lage, den Ausgang aus einer selbst verschuldeten Unmündigkeit zu finden, oder bleibt er ein Opfer seiner Umstände - voller „Unvermögen sich seines Verstandes ohne die Leitung eines anderen zu bedienen“? Mit seinem berühmten Aufsatz Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? begründet Immanuel Kant fünf Jahre vor der Französischen Revolution das neuzeitlich Selbstverständnis des Menschen. Dieser Text lässt sich auch heute noch als Kampfschrift der Aufklärung lesen, denn Kant attackiert hier die liebgewonnene Bequemlichkeit des Menschen im Glauben an einen Vormund: Wer sich einen „Seelsorger“ leisten könne, gehe offenkundig leichtfertig von der in seinen Augen falschen Annahme aus, dass er selbst kein Gewissen brauche – mit dieser These zielte Kant auch auf die Bevormundung des Menschen durch die Kirche seiner Zeit.

Auch der neogotische Kirchenraum von St. Johannis in Altona kann als architektonisches Monument dieser Bevormundungsideologie wahrgenommen werden. Insofern steht dieser Raum in einem idealen Spannungsfeld für die theatral-philosophische Arbeit an diesem Text. Doch lässt sich der Widerspruch zwischen aufklärerischem Emanzipationsanspruch und religiösem Selbstverständnis noch heute so einfach polarisieren? Stehen Aufklärung und Religion wirklich in einem unauflösbaren Widerspruch zueinander? Welche Rolle spielen die Ideale Aufklärung gegenwärtig überhaupt noch?

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