Marx - Das Manifest

Zwischen i-Pod-Proletariat und Botox-Bourgeoisie: Wie liest sich das Kommunistische Manifest von Karl Marx und Friedrich Engels in der globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts? Dieser Frage gingen die Performer der SplitterGruppeTPim August 2008 im neogotischen Kirchenraum der St. Johanniskirche nach. Die Ergebnisse präsentierten sie unter dem Namen „Marx - Das Manifest“.

Im Mittelpunkt der Arbeit steht das Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichem Aufbruch und religiösen oder moralischen Wertemustern: An welchen Punkten berührt das "Kommunistische Manifest" unserer heutiges Selbstverständnis - 40 Jahre nach dem marxistisch inspirierten Aufbruch der 68er? Was ist geblieben von der Utopie einer klassenlosen Gesellschaft? Wie lässt sich in einem Kirchenraum wesentlichen Aspekten der marxistischen Philosophie eine performative Gestalt geben? - Entlang dieser Fragen wurde mit Hilfe des theatralen Philosophierens eine Performance entwickelt.

Dem ausgewählten Raum kam dabei eine besondere Bedeutung zu: Das Projekt wurde in einer Kirche erarbeitet und präsentiert. Es konstruiert so eine Schnittstelle zwischen Philosophie, Religion und Theater. Die St. Johanniskirche in Hamburg ermöglichte mit dieser Performance zum zweiten Mal ein Projekt im Rahmen des theatralen Philosophierens. „Marx – Das Manifest“ lief innerhalb der Reihe „Kulturdialoge in Altona“, mit der die Veranstalter Kultur und Religion miteinander ins Gespräch bringen möchten.